2019-05-11 21:04

Mit Schlatter und Mättel bereit fürs Festival

Meiringen

Neues Plakat, alter Vorhang, Freibier: Das erste Volkstheaterfestival Meiringen findet in einem Monat statt und ist bestens aufgegleist.

Freuen sich auf ein Art Theaterlager in Meiringen (v.l.): Das Theater «Paprika» aus Kriens mit Anna Wüest, Rahel Dudler, Ivan Allinckx, Raoul Niederberger und Anna Purtschert. Foto: Anne-Marie Günter Schwingerkönig Matthias Glarner (l.) und Festival-Götti Beat Schlatter auf dem Plakat des 1. Volkstheaterfestivals. Foto: PD

Freuen sich auf ein Art Theaterlager in Meiringen (v.l.): Das Theater «Paprika» aus Kriens mit Anna Wüest, Rahel Dudler, Ivan Allinckx, Raoul Niederberger und Anna Purtschert. Foto: Anne-Marie Günter Schwingerkönig Matthias Glarner (l.) und Festival-Götti Beat Schlatter auf dem Plakat des 1. Volkstheaterfestivals. Foto: PD

  • Anne-Marie Günter

Wann ist es echt, wann wird Theater gespielt? Wenn Thierry Ueltschi, Präsident des Volkstheaterfestivals Meiringen, und sein Medienchef Thomas Raaflaub, der als Volksschullehrer Thierry einst den Theaterfloh ins Ohr gesetzt hatte, eine Medienkonferenz geben, weiss mans nicht so genau. Man flachst, man schlottert, hegt Zweifel, spricht von schlaflosen Nächten. Das alles unter dem neuen Festivalplakat, wo Theaterprofi und Festival-Götti Beat Schlatter mit Schwingerkönig Matthias posiert.

In einem Monat geht das erste Schweizer Volkstheaterfestivals über die Bühne. Dabei läuft alles bestens. Die von der Gemeinde sanierte Tramhalle wird spätestens einen Tag vor der ersten Vorstellung eine Bühne haben, die störenden Träger sind entfernt, das Dach inklusive Solarpanels ist in Arbeit. Vizepräsident Werner Thöni hat den Theatervorhang des vor dem Abbruch stehenden Adlersaals gewaschen. Ein Stück Meiringer Kulturgeschichte zieht damit sauber in die Tramhalle um.

Schwingerkönig Matthias Glarner (l.) und Festival-Götti Beat Schlatter auf dem Plakat des 1. Volkstheaterfestivals. Foto: PD

Vorhang auf

Vorhang auf heisst es am 12. Juni um 14 Uhr: Dann treten die dramatuere Zürich mit dem John-B.-Priestley-Stück «Gefährliche Kurve» auf. Um 20 Uhr folgt die Theatergruppe Friesenberg, in den nächsten drei Tagen das Theater St. Silvester, die Schopfbühne Grenchen, das Theater Paprika aus Kriens, das Theater Nussbaumen, Die Kulisse Zug, das Theater Russikon. Dies sind die acht Laientheater, deren Produktionen von der Theaterkommission unter der Leitung von Enrico Maurer vom Breuninger Verlag als die besten acht aus 37 interessierten Theatergruppen ausgewählt hat. Und die vor einer Jury um die erste Goldene Meringue (sie ist im Kern aus Holz) kämpfen.

Volkstheaterfreunde von nah und fern haben freie Stückwahl, da es Tickets für jede einzelne Vorstellung gibt. Lust auf Markus Köbelis Holzers Peepshow aus Grenchen? Oder eine Ganovenparty aus St. Silvester? Vielleicht eine aus den Fugen geratene Tell-Probe aus Zug? Verschiedenartig Dramatisches aus Familien- und Berufsleben, heiter bis tödlich? 288 Plätze stehen je Aufführung zur Verfügung. 500 insgesamt sind bereits verkauft.

Tipps und Tricks fürs Spiel

Das Festival bietet im Zusammenarbeit mit der Theaterschule Grenchen und andern Fachleuten Workshops zum Theatermachen an: Stimme, Körpersprache, das Ankern in der Theaterrolle, Impro-Theater, Clownereien, Stückwahl. Meiringer Schüler dürfen gratis mitmachen, der Besuch eines Workshops gilt als Unterricht. 200 Teilnehmende sind angemeldet. Alle Interessierten können das noch tun. Ausflüge zu den Kraftwerken Oberhasli, Wollreich, Molki und Meringueproduktion sind ebenfalls im Angebot.

Und dann gibt es auch noch das Theaterdörfli auf dem Bahnhofplatz, wo bei Speis und Trank über Theater und Co. diskutiert wird. Am Mittwoch um 17 Uhr gibt es Freibier, vor allem als Dank an die Bevölkerung und an die Cumplizi. Die Festival-Helfer sind rätoromanisch angeschrieben, damit die angestrebte Viersprachigkeit ein bisschen dokumentiert ist.

Wie kommt das Ganze bei den beteiligten Theatergruppen an? Sechs «Paprika»-Mitglieder aus Kriens waren an der Medienorientierung vor Ort und freuten sich auf das schöne Meiringen, eine Art gemeinsames Theaterlager mit freier Kost und Logis, auf die Begegnung mit andern Theaterspielenden und natürlich auf den Gewinn der Goldenen Meringue. In Sachen Mehrsprachigkeit: In letzter Minute wurde «Le Théâtre de la Tournelle» aus Orbe gefunden, das jetzt am Sonntag hors concours auftritt, mit kleinen Szenen aus der Theaterwelt.

Für Theaterfreunde:Vorverkauf bei Startickets für neun Produktionen inklusive der Preisübergabe am Sonntag und dem Théàtre de la Tournelle. Für Workshop-Interessierte:Buchen auf www.volkstheaterfestival.ch.

Die Jury für die Goldene Meringue: Beat Schlatter, Mike von Grünigen, Liliana Heimberg, Ädu Morgenegg, Mike La Marr, Anna Wepfer und Linda Trachsel.

Berner Oberländer