2018-12-21 08:54

Ein geschenkter Skitag am Hasliberg

Hasliberg

Eine besondere Woche im Skigebiet: Die Bergbahnen Meiringen-Hasliberg 740 Schulkinder aus dem Haslital und der Schule Lungern zu einem Gratisskitag ein.

Für einige kleine Meiringer war das Skifahren eine Premiere: Skilehrer Marco Blatter half und motivierte.

Für einige kleine Meiringer war das Skifahren eine Premiere: Skilehrer Marco Blatter half und motivierte.

(Bild: Anne-Marie Günter)

  • Anne-Marie Günter

Am Dienstag waren die Kleinen dran: Die Erst- und Zweitklässler aus Meiringen und Hausen fuhren gratis auf den Berg. Viele fuhren mit Lehrpersonen und Eltern als Begleiter direkt hinauf auf Mägisalp, weil sie schon gut Ski fahren können. Ein Teil der Kinder machte im Skihäsliland Bidmi halt. Sie standen zum Teil zum ersten Mal auf Ski.

Wer keine hatte, konnte zusammen mit den Eltern in den Sportgeschäften Pollux, Fahner Sport und Glatthard Ski und Skischuhe gratis ausleihen. Für die kleinen Anfänger oder Fastanfänger standen zwei professionelle Skilehrer der Skischule zur Verfügung. «Ich finde, dass der Tag eine gute Sache ist. Die Kinder können sich mit dem Schneesportmaterial vertraut machen, und es werden auch bei den Eltern Hemmschwellen abgebaut», sagte Lehrerin Doris Isler.

Ein Aufwärmballon

So ganz einfach war es nicht. Der kleine Gianni zog Zwischenbilanz: «Mir gefällts nicht, man fällt so viel um», sagte er. Skilehrer Marco Blatter tat sein Bestes, um von der Tatsache abzulenken, dass aller Anfang schwer ist: Mit kleinen Geschichten über einen Ballon, der wächst und wächst, bis er platzt, oder über einen Wolf machte er den Kindern das Aufwärmen oder das Fahren auf einem Ski schmackhaft.

«Ich bin Hasliberger und stand so mit drei, vier Jahren auf den Ski. Ich finde aber, dass es ein optimales Alter ist, um Ski fahren zu lernen, die Kinder sind körperlich stärker geworden und verstehen auch, was sie machen», sagte er.

Von Tieren und Bäumen

Partner der Bergbahnen Meiringen-Hasliberg für diese Gratisskitage vom Montag bis zum Donnerstag sind die Bank BBO sowie Jäger und Förster. Am Dienstag zeigten Wildhüter Martin Schürmann und René Willi sowie Walter Neiger vom Jagdverein Oberhasli im Picknickraum auf Mägisalp, warum an einigen Orten nicht wie wild durch Waldgebiete gebrettert werden soll: Die kleinen Tännchen, die zu neuen Waldgenerationen heranwachsen, sterben ab, wenn sie von Skikanten geknickt werden. Rehe und Hirsche werden aufgescheucht, bekommen unter dem Stress grossen Hunger und schädigen die Bäume.

«Wir machen das gerne, die Kinder hören zu und behalten auch, was wir sagen», sagte Walter Neiger. Nach dem Vortrag gings für die Kinder wieder auf die Piste. Schüler Jonne Schönleber streichelte noch kurz Mia, die Hündin von Martin Schürmann, und fand den Tag einfach «cool». Simon Schmid, Leiter Marketing der Bergbahnen, sagt zum Angebot: «Da nicht nur in urbanen Gebieten immer weniger Kinder Ski fahren, sondern auch in unserer Region, haben wir mit unseren Partnern vor drei Jahren die Schulskiwoche ins Leben gerufen. Die vielen positiven Rückmeldungen und strahlenden Gesichter haben uns veranlasst, die Skischulwoche nun jährlich anzubieten.»

Berner Oberländer