2018-01-17 22:24

Ferienverein steht vor Verkauf

Der Berner Ferienverein steht vor dem Verkauf an einen saudischen Investor. Aus eigener Kraft kann die Hotelgruppe kaum überleben.

Der Ferienverein besitzt mehrere Hotels – so auch das Victoria Lauberhorn in Wengen.

Der Ferienverein besitzt mehrere Hotels – so auch das Victoria Lauberhorn in Wengen.

(Bild: Peter Camenzind)

Erneut steht der Ferienverein vor einer wegweisenden Weichenstellung: Kommt die Berner Hotelgruppe nicht bald zu neuem Kapital, droht ihr das Aus. Sie betreibt Hotels in Wengen, Sils-Maria, Crans-Montana, auf Sardinien und in Spanien.

Wie «Der Bund» schreibt, steht die Rettung aber kurz bevor. Der sau­dische Investor Sami al-Angari bietet gemäss dem Zeitungsbericht 58 Millionen Franken für den Ferienverein. Am 6. Februar sollen die Aktionäre des Vereins an einer ausserordentlichen Generalversammlung entscheiden, ob sie dem Verkauf zustimmen. Viel anderes dürfte ihnen kaum übrig bleiben.

Günstige Ferien

Der Ferienverein wurde 1963 von Mitarbeitern der damaligen PTT gegründet. Sein Ziel war die Vermittlung von qualitativ hoch­stehenden Ferien zu günstigen Preisen. Im Jahr 2006 stand der Ferienverein vor dem Kollaps. Die Kosten eines Hotelprojekts auf den Kanarischen Inseln waren aus dem Ruder gelaufen.

Dabei verloren auch die 6000 Kleinaktionäre Geld. Die meisten waren ehemalige PTT-Angestellte, Mitarbeiter des Bundes oder des Kantons Zürich. Ein Teil von ihnen hatte dem Verein zudem Darlehen im Umfang von insgesamt 110 Millionen Franken gewährt. Diese waren grösstenteils ver­loren. Nur dank einer tiefgrei­fenden Sanierung überlebte das Unternehmen, das in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde.

Auch die jüngere Geschichte war problembehaftet. So versuchte der Ferienverein vor zwei Jahren wegen finanzieller Engpässe, einzelne Hotels zu ver­kaufen, fand jedoch keine Ab­nehmer.

phm/sny