2017-12-21 17:10

Drama im Herzensland

Interlaken

Teil 3 der «Herzenshüter»-Trilogie von Theater Art7, «Die Königin», entführt das Publikum erneut in fantasievolle Welten: dramatische Szenen und Musik, prächtige Kos­tüme und überraschende Wendungen.

Endlich zurück im Herzensland: Die junge Sophie (rechts) mit ihrer Herzenshüterin.

Endlich zurück im Herzensland: Die junge Sophie (rechts) mit ihrer Herzenshüterin.

(Bild: Monika Hartig)

  • Monika Hartig

Herzensangelegenheiten zum Dritten: Auch in Teil 3 der «Herzenshüter»-Trilogie von Theater Art7, «Die Königin», steht das menschliche Herz mit seinen Freuden und Sorgen im Mittelpunkt.

Die Protagonistin Sophie, nun eine ältere Frau, sitzt auf einer Bank und schaut auf ihr Leben zurück. Auf dieser Bank sass sie als achtjähriges Mädchen mit ihrer Freundin Lucie. Diese schenkte ihr zum Geburtstag eine Landkarte für den Weg zur Goldenen Bank, zum geheimen Land und zum Herzenstor: «Das beste Geschenk, das ich je erhalten habe!»

Sophie erinnert sich an ihre Besuche im Zauberland, wo sie Meister Pastus, den Baum der Wünsche und Träume, traf. Oder Billy, den bunten Schmetterling, der die Freude bringt. Sophie: «Im Herzensland blühen die Gefühle in den schönsten Farben, und die Gedanken tanzen die schönsten Tänze.»

Dunkle Zeiten

Doch es gibt auch Erinnerungen an dunkle Zeiten. So etwa an den bösen, lichtscheuen Knork, der grosse Eier mit Angst, Zweifel, Stress und Lügen impfte, um sie der Prinzessin in ihr Reich, das Herzensland, zu legen. Immer seltener besucht Sophie das Herzensland und ihre Herzenshüterin Sophia, als der Stress in der Schule und an der Universität grösser wird: «Irgendwann habe ich vergessen, dorthin zu gehen.» Deshalb konnten die mit Sorgen und Angst geimpften Eier gedeihen. Begleitet von dramatischer Musik der Band Permis B, sahen die Zuschauer, wie aus den riesigen Eiern kleine Knorks schlüpften. Die Atmosphäre wurde bedrohlich.

Das Herzenslicht erlischt

Unter der Regie des höhnisch lachenden grossen Knork greifen die Kleinen die freundlichen Bäume im Zauberwald an, richten Unheil an und verbreiten Angst und Schrecken. Sophies Herzenslicht wird dunkler, ihre Sorgen schwer wie Steine. Verzweifelt ruft die Herzenshüterin nach ihr.

Der grosse Knork triumphiert: «Wenn sich die Prinzessin Sophie nicht um ihr Herzensland kümmert und Sie vergisst, dann haben auch Sie keinen Glanz mehr!» Doch dann passiert etwas ganz Unerwartetes. Das Fazit der Herzenshüterin: «Jeder Mensch muss Sorge tragen zu seinem Herzenslicht, denn es strahlt nur dann, wenn man sich freut.»

Fantasievolle Welten

Erneut gelang es dem Ensemble von Deborah Lanz, eine magische neue Realität zu kreieren, die die Zuschauer völlig in ihren Bann zog. Dramatische Szenen, fantastische Kostüme und fesselnde Dialoge: Das einstündige Theaterstück wird unvergesslich bleiben. Freudestrahlend nahm das Ensemble den begeisterten Applaus entgegen.

Stimmen aus dem Publikum: «Sehr echt und ungeheuer toll, wie etwa die Kinder spielen», so Margrit Widmer aus Lauterbrunnen, die alle drei Teile von «Herzenshüter» gesehen hat. Deren Ehemann Werner Widmer fand: «Das Bühnenbild ist einfach, aber sehr wirkungsvoll.»

Zusätzliche Aufführungen im Kunsthaus Interlaken: Teil 2: Freitag, 12. Januar, 20 Uhr. Teil 3: Samstag, 13. Januar, 16 und 19 Uhr.

Berner Oberländer