2018-11-16 21:07

Volkstheaterfestival nimmt Fahrt auf

Meiringen

27 interessierte Theatergruppen, 24 Workshops, 23 Sitzungen des Organisationskomitees und ein Truck, der schweizweit Werbung macht: Das Volkstheaterfestival ist gut unterwegs.

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  • Anne-Marie Günter

Das Organisationskomitee für das erste Volkstheaterfestival Meiringen ist gut unterwegs und orientierte am Freitag unter dem Titel Milestones. Ein Meilenstein wurde erreicht, als die Stimmberechtigten deutlich Ja sagten zur Sanierung der Tramhalle, die zum Zentrum des Festivals werden soll.

OK-Vizepräsident Werner Thöni bleibt dran und fragt nach: Die Baubewilligung und die Ausschreibung der Arbeiten sollten möglichst bald erfolgen. Die Bühne wird das OK aufstellen. Das Publikum wird auf einer gemieteten Stahlgerüst-Tribüne sitzen, wie sie bei Freilichttheatern oder Schwingfesten üblich sind.

Zu sehen bekommen wird es acht Theaterproduktionen aus der ganzen Schweiz, die von einer Fachjury ausgewählt werden. Sie spielen um die erste «Goldene Meringue». Das Spektrum ist weit: Es könnten Märchen sein, Komödien, Tragisches, gute Schwänke. Bedingung ist, dass Amateure spielen; nur die Regisseure dürfen Profis sein.

Anfang 2019 werden ein Teil der gezeigten Produktionen und die Jury feststehen. Mit Beat Schlatter, dem Götti des Festivals, ist ein Mitglied bereits bekannt. 27 Theatergruppen interessieren sich für die Teilnahme. Sie kommen, was Präsident Thierry Ueltschi etwas bedauert, alle aus der Deutschschweiz.

Das Festival ist als Event für die ganze Schweiz geplant, die Suche ist noch nicht abgeschlossen. Während der Festival-Dauer wird es 24 Workshops für Theaterbegeisterte und ein Festivaldorf geben, wo unter anderen der Zentralverband Schweizer Volkstheater und die Gesamtschule für Theater Grenchen dabei sind.

Das Organisationskomitee ist kreativ, wenn es ums Bekanntwerden und Mittelsammeln geht. Ein schweizweit fahrender Truck eines Oberaargauer Transportunternehmens ist unterwegs. Über Facebook soll dazu ein Wettbewerb gestartet werden. 120'000 Franken des budgetierten Aufwands von 626'000 Franken bekommt das Festival über die Neue Regionalpolitik von Bund und Kanton.

Beitragen an die Kosten soll auch der Verkauf von Festplaketten. Offen ist noch das Crowdfoundraising über die Raiffeisen-Lokalhelden. Die Berner Raiffeisenbanken werden Hauptsponsoren des Festivals. Martin Infanger, der für Kost und Logis der Teilnehmenden verantwortlich ist, lobt die gute Zusammenarbeit mit den Gastgebern aus der Region.

Ueltschi hofft, dass das Festival nicht nur die acht Wettbewerbsteilnehmer, sondern möglist viele Theaterspielende anzieht. Damit würde, weiss Thomas Raaflaub, Marketing-Leiter im OK, das geplante Theaterdorf lebendig, denn Gesprächsstoff gehe Theaterbegeisterten nie aus.

Berner Oberländer