2019-09-09 17:19

Die Freude am Fahren

Gstaad

Am Bergkönig in Gstaad, dem Schweizer Vintage-Velo-Festival, liessen es Radsportlegenden und fast 300 Pedaleure im internationalen Feld einfach «gümmele» und geniessen.

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  • Fritz Leuzinger

Das vergangene Wochenende gehörte in Gstaad dem altehrwürdigen, klassischen Radrennsport. Die gegen 300 teilnehmenden Radfahrer konnten entsprechend ihrer persönlichen Fitness die Länge der Rundstrecke zwischen 18 und 100 Kilometer selbst wählen.

Das Teilnehmerfeld ist hauptsächlich schweizerisch mit internationaler Beteiligung. Alex Beeler ist Veranstalter des Bergkönig-Events von Gstaad und leidenschaftlicher Velosammler: «Ähnliche Radsportanlässe gibt es im flachen Gelände einige. Aus mehreren ‹Me söt› entstand das ‹Mier maches!› und nutzen die herrliche Alpenwelt rund um Gstaad.» Am Bergkönig-Event von Gstaad ging es um die Freude und das Fahren mit den damaligen Rennrädern. Alle beteiligten Radsportler wurden als Bergkönige mit einer Erinnerungsmedaille ausgezeichnet.

Für Organisator Beeler laufen bereits die Vorbereitungen für den 4. Bergkönig, der vom 4. bis 6. September 2020 stattfinden soll: «Trotz Erfolg und grosser Begeisterung mit besten Echos wird der Bergkönig kein Massenevent werden. Die kameradschaftliche Atmosphäre, mit gleich gesinnten Kumpanen in die Pedale zu treten, und das gemütliche Geniessen einheimischer Produkte müssen erhalten bleiben.» Dazu soll es für die maximal 500 Fans des klassischen Rennvelos zum Teil längere Rundstrecken geben.

Eine edle Uhr

Um die edle Uhr ging es einzig am Bergzeitfahren. Die beliebte Mountainbike-Strecke zur Alp Gumm von 7,5 Kilometer Länge und mit den 700 Höhenmetern ist für die Rennräder mit den Übersetzungen von früher sehr stotzig. Doch es ging nicht um die Geschwindigkeit, sondern um die Präzision zur Richtzeit von einer Stunde. Adrian Bitterli aus Steffisburg war nur um eine Sekunde zu schnell. Er gewann als Sieger eine Big Crown Point Date der Uhrenhersteller Oris.

Lebendige Sportgeschichte

Der einheimische Steher-Europameister Hanskurt Brand führte das Feld auf der Legenden-Tour an. Am Verpflegungsposten des Dorfvereins Schönried erfrischten sich die mehrfachen Weltmeister Alber Zweifel und Urs Freuler nicht an, sondern in der Bärgsunne am «Schärme». Beide erinnern sich ans Saanenland im Tross der Tour de Suisse.

Thomas Wegmüller, vor 30 Jahren Zweiter bei Paris–Roubaix, erfreute sich der Zuschauerkulisse und lachte: «Ungeachtet des garstigen Wetters standen sie am Strassenrand. Mit ihren Glocken spornten uns die Kühe, Ziegen und Schafe richtig an.» Nach der Tour de Saanenland bis nach Gsteig wurde der Tross von Moderator, Bahnweltmeister Franco Marvulli und viel Publikum an der Gstaader Promenade empfangen.