2019-05-15 08:33

Ein knappes Ja zum Verkauf der Baracke

Oberwil

Unbestritten waren an der Gemeindeversammlung vom Montag die Finanzgeschäfte. Zu reden gaben der Verkauf der Truppenunterkunft Moos sowie der Grundsatzbeschluss über den Neubau beim Bahnhof.

Der Verkauf der Truppenunterkunft Moos gab an der Gemeindeversammlung Oberwil zu reden.

Der Verkauf der Truppenunterkunft Moos gab an der Gemeindeversammlung Oberwil zu reden.

(Bild: Marlen Schär)

  • Lotte Brenner

Gemeindepräsident Michael Blatti begrüsste am Montag in der Mehrzweckhalle 153 Stimmberechtigte, was 23,9 Prozent des Oberwiler Stimmvolks ausmacht. Die Gemeinde schliesst mit einem ausgeglichenen Jahresergebnis und einer Besserstellung von 33274 Franken gegenüber dem Budget ab. Der grösste Mehraufwand ergab sich durch Abschreibungen infolge der Murgänge Guetwüsch, wesentliche Mehrerträge gab es aus Steuereinnahmen. Im Weiteren nahm die Versammlung von zwei Kreditunterschreitungen Kenntnis.

Für das PWI-Projekt Ried (periodische Wiederinstandstellung) wurde ein Verpflichtungskredit von 270000 Franken genehmigt. Laut Gemeinderat Christian Ueltschi werden damit hauptsächlich die Belagsarbeiten abgedeckt. Bund und Kanton sollen sich gesamthaft mit 55000 Franken beteiligen.

Das war knapp

Am 3. Dezember ermächtigte die Gemeindeversammlung den Gemeinderat dazu, die Truppenunterkunft Moos zu verkaufen. Zwei Kaufangebote gingen ein, die der Versammlung beide vorgestellt wurden. Der Gemeinderat gab in seiner Empfehlung dem höher Bietenden den Vorrang.

Bevor der Verkauf jedoch endgültig abgesegnet wurde, gab das Thema emotional zu reden. Es wurde sogar eine Stimme laut, von einem Verkauf abzusehen, da es sich beim Areal um die einzige eingezonte Gemeindeliegenschaft handle und es somit der einzige Platz sei, wo ein allfälliger Realersatz abgegeben werden könnte.

Doch da die Verkaufsabsicht bereits vorliegt, wurde in der Diskussion vor allem ans Gewissen appelliert, die Baracke der Öffentlichkeit zu erhalten. Beide Kaufinteressenten sehen dies in ihrer Projekterläuterung auch vor.

Obschon es bei der Abstimmung nicht um die Interessenten, die Personen, sondern rein um die Liegenschaft, die Sache, ging, wurde auch hier eine geheime Abstimmung verlangt. Und das Resultat fiel mit 74 zu 73 Stimmen äusserst knapp zugunsten von Oskar Siegenthaler aus, der die Truppenunterkunft Moos für 10000 Franken erwirbt. Die dazugehörende Garage wird noch bis auf weiteres, auf unbestimmte Zeit, vom Wegmeister genutzt.

Weniger knapp

Wieder wurde eine geheime Abstimmung verlangt, doch diesmal fiel das Resultat eindeutiger aus: Der Grundsatzentscheid, die Planung für den Neubau eines Werkhofs mit Feuerwehrmagazin und Milchsammelstelle auf dem Bahnhofareal in der bisherigen Form weiterzuführen, wurde mit 103 zu 45 Stimmen gefällt.

Am 27. März wurde ein Informationsabend durchgeführt, und wie Gemeindepräsident Michael Blatti sagte, wurde bisher bewusst eine «schlanke Planung» betrieben. Erst jetzt, nach dem Grundsatzentscheid, werden die Details ausgearbeitet. Ein Kostenvoranschlag und der Baurechtsvertrag mit dem Kanton werden dann im Dezember 2019 dem Stimmvolk zur Genehmigung vorgelegt.

Wechsel in der Verwaltung

In der Gemeindeverwaltung Oberwil gibt es einen Doppelwechsel. Der Gemeindeschreiber Ramon Kunz verlässt Oberwil nach fast neun Jahren. Am Mittwoch ist sein letzter offizieller Arbeitstag. An seine Stelle tritt Nils Fiechter, der sich bereits einarbeiten konnte.

Ebenfalls scheidet per Ende Juni nach neuneinhalb Jahren Sandra Haueter aus der Verwaltung aus. Ihre Nachfolgerin, Géraldine Misteli, hat ihre Arbeit bereits in Angriff genommen.

Berner Oberländer