2019-03-29 10:38

Bahnhofsgebäude soll Grossprojekt weichen

Oberwil

In Oberwil sollen ein Neubau für einen Werkhof, ein Feuerwehrmagazin und eine Milchsammelstelle erstellt werden.

In Oberwil soll gebaut werden.

In Oberwil soll gebaut werden.

(Bild: Svend Peternell)

  • Lotte Brenner

Es ist ein grosses Projekt, das die Gemeinde anstelle des bestehenden Bahnhofsgebäudes vorgesehen hat: ein Neubau mit einer Fassadenlänge von 40 Metern. Im westlichen Teil soll das Feuerwehrmagazin untergebracht werden, der Teil gegen Osten ist für die Milchsammelstelle und der Raum in der Mitte für den Werkhof der Gemeinde vorgesehen.

Das Ganze soll auf dem BLS-Areal im Baurecht erstellt werden; der Baurechtsvertrag soll nach gefälltem Grundsatzentscheid dem Volk dann auch noch zur Abstimmung vorgelegt werden. Der Bevölkerung vorgestellt hat das Neubauprojekt bei einer Informationsveranstaltung am Mittwochabend Planer Stefan Knutti, Zimmermann der Knutti AG. Es ist ein Vorprojekt, und es geht vorerst um Einsicht in die Grobplanung, damit an der Gemeindeversammlung im Spätherbst dann ein Grundsatzentscheid gefällt werden kann.

Andere Projekte scheiterten

Gemeindepräsident Michael Blatti ging kurz auf die Vorgeschichte ein. Bei der kürzlich durchgeführten Bahnhofsanierung durch die BLS wurde die Gemeinde bei der Neuteerung des Platzes involviert, worauf die Gemeindebehörde auf die Idee kam, das Areal für ihre Zwecke zu nutzen, und mit einem Kaufvertrag an die BLS gelangte. Diese stellte die Möglichkeit einer Nutzung im Baurecht in Aussicht.

Zuvor schon bestanden entsprechende Gemeindeprojekte, so im Hirschengraben oder im Moos. Letzteres scheiterte aus Gründen der Sicherheit, da es sich in der Murgang-Gefahrenzone befindet. Nun, so argumentiert Michael Blatti, täte sich am Bahnhof eine Möglichkeit auf. Alle Ansprechpartner der drei beteiligten Interessenten, Gemeinderat Christian Ueltschi (Werkhof), Feuerwehrkommandant Dominik Blatti sowie Erwin Kunz und Markus Kropf (Milchge­nossenschaft), bekräftigten den Sinn und die Chance des Bauvorhabens.

Noch einige offene Fragen

Auch vonseiten der BLS, vertreten durch den Leiter Immobilien, Joël Buntschu, wird das Vorhaben begrüsst. Mit einem langfristigen Partner – das Baurecht sieht eine Vertragsdauer von 30 bis 99 Jahren vor – sei auch die Sicherheit gewährleistet, sowohl im Sinne der BLS als auch der Gemeinde. Vorgesehen ist laut Buntschu ein jährlicher Baurechtszins von 3000 Franken. Im Vordergrund der Diskussion standen Kosten betreffende Fragen. Hier will sich die Gemeinde jedoch noch nicht festlegen, da zuerst über den Grundsatzentscheid abgestimmt werden müsse.

Jede weitere Detailabklärung würde im Vorfeld zusätzlich kosten. Natürlich werde es nicht ohne eine Neuverschuldung gehen, gab Gemeindepräsident Blatti zu, räumte jedoch ein, dass die Milchsammelstelle von der Milchgenossenschaft selbst finanziert werde, was das Gesamtprojekt erheblich entlaste. Auch wenn die Finanzierung noch nicht ausgereift sei, habe man sich doch schon an einer vergleichbaren Anlage in Burgistein vororientiert.

Ein Gegenvorschlag, das Projekt auf dem Schulhausplatz zu verwirklichen, wurde aus Platzgründen und auch wegen des bestehenden Schulbetriebs abgeblockt. Geht die Idee des Neubaus am Bahnhof den einen zu weit, so wurden vonseiten der Feuerwehr und vom Werkhof Stimmen laut, dass die geplanten Hallen zu klein wären, um alle Fahrzeuge ordnungsgemäss unterbringen zu können. Unklar sind noch Details wie ein Wartesaal oder öffentliche WC-An­lagen.

Berner Oberländer