2019-07-17 21:01

Kamberkrebse im Thunersee entdeckt

Leissigen

Ein Leser dieser Zeitung fand Kamberkrebse in Leissigen. Die aus Amerika stammenden Tiere haben sich auf Kosten einheimischer Krebsarten verbreitet.

Ein rund 15 Zentimeter langer Kamberkrebs in Leissigen.

Ein rund 15 Zentimeter langer Kamberkrebs in Leissigen.

(Bild: Leserbild Raphael Nadler)

«Wir waren am vergangenen Samstag in Leissigen am See; nach dem Nachmittagsgewitter fanden wir einige Krebse am Strand.» Das berichtetet Raphael Nadler aus Zofingen der Redaktion dieser Zeitung – und schickt auch gleich Fotos der 12 bis 15 Zentimeter langen Tiere. Nadler möchte wissen, um welche Krebsart es sich handeln könnte. Denn wie einheimische Krebse sehen sie nicht aus.

Diese Zeitung legte die Bilder dem Leissiger Berufsfischer Hans Sieber vor. «Bei den abgebildeten Tieren dürfte es sich um Kamberkrebse handeln», sagt Sieber. Diese seien vor allem im Sommer in Ufernähe zwischen den Steinen anzutreffen und werden bei stärkerem Wellengang an Land gespült. «Dort verenden sie zum Teil oder werden von den Krähen gefressen.»

Kamberkrebse stammen aus Amerika. Seit sie vor über hundert Jahren versuchsweise in europäische Gewässer eingesetzt wurden, haben sie sich vor allem in Seen und in Flüssen mit schwacher Strömung verbreitet – auf Kosten einheimischer Krebsarten, insbesondere der Edelkrebse. Denn Kamberkrebse übertragen die Krebspest, ohne selber daran zu erkranken. Deshalb dürfen sie nicht von einem Gewässer in ein anderes gebracht werden.

shu