2019-12-02 21:15

Gegen Missstände im Saanenland

Lauenen

Für Diskussionen an der Gemeindeversammlung Lauenen sorgten die Steueranlagen.

Führte souverän und mit einer Prise Humor durch die Gemeindeversammlung: Lauenens Gemeindepräsident Jörg Trachsel.

Führte souverän und mit einer Prise Humor durch die Gemeindeversammlung: Lauenens Gemeindepräsident Jörg Trachsel.

(Bild: Kerem S. Maurer)

  • Kerem S. Maurer

Die Steueranlagen gaben an der Gemeindeversammlung Lauenen zu Diskussionen. Anlass: Der Antrag aus dem Plenum, die Gemeindesteuern von 1.7 auf 1.5 Einheiten zu senken, wurde verworfen. Dann gab die vom Grossen Rat 2017 beschlossene Erhöhung der amtlichen Liegenschaftswerte auf nicht landwirtschaftliche Grundstücke zu reden. Um diese Wertsteigerung abzufedern, beantragte der Gemeinderat, die Anlage fürs kommende Jahr auf 0,6 Promille zu senken.

Für einen Stimmbürger kam dies einem Einverständnis mit einer Sache, die das Saanenland so nicht hinnehmen dürfe, gleich. Diese Erhöhung des amtlichen Wertes, man spreche in Lauenen von einer Verzweieinhalbfachung, in Saanen von einer Verdreifachung und in Gsteig von einer Verdoppelung der bisherigen Werte, träfe die hiesige Bevölkerung unverhältnismässig stark, so der Votant.

Er zeigte am Beispiel der Gemeinde Saanen auf, dass im Fall der angekündigten Wertsteigerung Saanen gleich hinter der Stadt Bern den zweithöchsten Liegenschaftswert ausweisen würde im Kanton. Um ein Zeichen gegen diese «unsäglichen Missstände» zu setzen, beantragte er, die Liegenschaftssteuer nur auf eine Promille zu senken. Doch sein Antrag wurde abgelehnt, dafür jener des Gemeinderats genehmigt.

Somit wurde das Budget, welches für das Jahr 2020 im Gesamthaushalt ein Defizit von 12'1385 Franken vorsieht, genehmigt. Dabei schliesst der allgemeine Haushalt mit einer schwarzen Null ab. Der Verlust resultiert aus den Spezialfinanzierungen. Doch das sei kein Grund zur Sorge, konstatierte Gemeindepräsident Jörg Trachsel, dank Reserven sei «die Tragbarkeit in Ordnung».

Halbe Million bewilligt

Der Souverän stimmte einem Verpflichtungskredit in der Höhe von 180'000 Franken zur Sanierung des Skiliftes Rohrbrücke-Brüchli zu. Ebenso genehmigte er einen weiteren Verpflichtungskredit von 190'000 Franken, um in den nächsten zwei Jahren Gstaad Saanenland Tourismus (GST) und Gstaad Marketing GmbH zu unterstützen. Es gehe nur um eine Laufzeit von zwei Jahren, weil die Laufzeiten der wiederkehrenden Beiträge mit jenen der Gemeinde Saanen vereinheitlicht werden sollen, erläuterte Vizegemeinderatspräsident Pascal Bangerter.

Auch der dritte Verpflichtungskredit wurde genehmigt. Die Stimmberechtigten sprachen sich für einen Beitrag von 130'000 Franken, um die Strasse Ufem Stutz inklusive Neubau der Einmündung in die Staatsstrasse zu sanieren.