2019-07-16 10:00

Wandertipp Hundsrügg: Breiter Rücken mit viel Aussicht

Zweisimmen

Die Wanderung über den Hundsrügg ist eine Panoramatour ersten Ranges. Der langgezogene, breite Höhenzug bietet eine grossartige Aussicht ins Simmental, ins Saanenland und zu den Felszinnen der Gastlosen.

Hundsrügg-Panorama gegen Westen mit Wandfluh (rechts) und Dent de Ruth (Mitte).

Hundsrügg-Panorama gegen Westen mit Wandfluh (rechts) und Dent de Ruth (Mitte).

(Bild: Andreas Staeger)

  • Andreas Staeger

Feuchtgebiete und Moore prägen das Gebiet am Jaunpass. Die Entwicklung dieser Moorlandschaft begann vor rund 18000 Jahren, als die letzte Eiszeit sich ihrem Ende zuneigte. In Geländemulden sammelte sich Gletscherschmelzwasser und bildete Tümpel. Abgestorbene Pflanzenteile konnten im völlig durchnässten, sauerstoffarmen Boden nicht vollständig zersetzt werden und häuften sich im Laufe der Zeit an.

Farbenzauber der Moorlandschaft

Im Frühsommer und Herbst sind die Moor- und Riedflächen aufgrund ihrer intensiv gelb- bis orangebraunen Farbe schon von weitem zu erkennen. Von der Passhöhe des Jaunpasses geht es in südlicher Richtung zu den Alphütten auf der Höhenterrasse von Oberenegg Läger. Der Weg umgeht den nördlichen Ausläufer des Hundsrügg und führt über den Weiderücken zur einsamen Hütte Hürli hinauf. Bereits hier geniesst man eine herrliche Rundsicht.

Nun beginnt eine leichte und genussreiche Höhenwanderung. Auf beiden Seiten öffnen sich immer wieder schöne Tiefblicke, sodass man sich geradezu auf einer Gratwanderung wähnt. Der «Grat» ist allerdings kein schmaler Felskamm, sondern ein breiter, grasbewachsener Höhenzug. Da nur die Flanken des Hundsrügg bewaldet sind, geniesst man auf seinem höchsten Punkt eine unvergleichliche Aussicht: Am westlichen Fuss des Bergs liegt das Tal von Abländschen, darüber türmen sich die senkrecht abfallenden Felsspitzen der Gastlosen, der Sattelspitzen und deren Fortsetzung bis zur Dent de Ruth. Daran schliessen die Gipfel der Freiburger, der Waadtländer und der Berner Alpen an.

Von der Simne zur Kleinen Simme

Die Höhentour setzt sich auch im Abstieg fort, denn das Gefälle ist vorerst gering. Den Birehubel umgehend erreicht man die Birehütte. Etwas steiler geht es in zahlreichen Kehren ins Tal der Simne hinunter. Den Bergbach entlang, aus dem alsbald die Kleine Simme wird, geht es – jetzt erneut mit geringem Gefälle – nach Sumeli und von dort auf dem Strässchen nach Saanenmöser.

Berner Oberländer