2019-05-15 08:11

Wasserkraftwerk ist nach neun Monaten wieder in Betrieb

Erlenbach

Nach dem Einsturz musste ein Umgehungsstollen in den Berg gebaut werden.

Mit dem Bau des Umgehungsstollens konnte das Wasserkraftwerk Erlenbach wieder in Betrieb genommen werden.

Mit dem Bau des Umgehungsstollens konnte das Wasserkraftwerk Erlenbach wieder in Betrieb genommen werden.

(Bild: PD)

  • Claudius Jezella

Neun Monate lang war das Wasserkraftwerk Erlenbach ausser Betrieb. Seit letztem Samstag produziert das Kraftwerk nun wieder Strom. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung der BKW hervor.

Zur Vorgeschichte: Im vergangenen August war im Zulaufstollen zum Ausgleichsbecken des Kraftwerks (Abendbergstollen) das Stollengewölbe auf einer Länge von 20 Metern eingebrochen. Dadurch floss kein Wasser mehr in den See.

Wie im Geschäftsbericht der Simmentaler Kraftwerke AG, die das Kraftwerk Erlenbach betreibt, dazu ausgeführt wird, habe sich der Einsturz vermutlich über einen längeren Zeitraum ereignet und das ausgebrochene Material sei auf einer Länge von 600 Metern im Stollen verteilt worden.

«Als Schadensursache wurde eine Leckage an einer weit darüber liegenden Wasserleitung festgestellt, welche über mehrere Jahre in den Berg über dem Stollen versickert ist», heisst es im Bericht weiter. Dies habe nach Einschätzung der Experten zu erhöhtem Bergwasserdruck und schliesslich zum Niederbruch geführt.

Aegelsee: Fischen geht’s gut

Der betroffene Abschnitt wurde mit einem neuen Stollen für das Wasser von circa 60 Metern Länge umfahren und gesichert. Projektleiter Andrej Suprunov wird dazu in der Mitteilung der BKW, der Hauptaktionärin der Simmentaler Kraftwerke, so zitiert: «Wir konnten die Arbeiten zügig, ohne Überraschungen und unfallfrei zu Ende bringen. Auch der Fischbestand im Aegelsee ist unbeschadet geblieben, nicht zuletzt dank dem Einsatz von Fischereiinspektorat und Fischpachtvereinigung Spiez.»

Dass der Unterbruch nicht länger gedauert habe, sei dem grossen Einsatz aller Beteiligten zu verdanken, so Andrej Suprunov weiter. Nach Angaben von BKW-Sprecherin Sabrina Schellenberg wurde der Stollen mit niedergebrochenem Material verfüllt und vom neuen Stollen getrennt. Der Zugang zum alten Stollen wurde verschlossen.

Kosten: 2,5 Millionen

Der Schaden umfasse laut Geschäftsbericht die Instandstellung des Abendbergstollens, wofür 2,5 Millionen Franken veranschlagt seien, und den Produktionsausfall der vergangenen neun Monate. Der Schaden sei zu einem grossen Teil versichert und habe somit keinen Einfluss auf das Betriebsergebnis der Simmentaler Kraftwerke, die im Geschäftsjahr 2018 wiederum einen Gewinn von 490000 Franken erwirtschaften konnten.

Neben dem Kraftwerk Erlenbach betreibt das Unternehmen noch die Kraftwerke Simmenfluh, Klusi und Laubegg im Simmen- und Diemtigtal. Das Wasserkraftwerk Erlenbach wurde 1959 in Betrieb genommen. Jährlich produziert es durchschnittlich 52 Gigawattstunden, dies bei einer installierten Leistung von 17 Megawatt.

Berner Oberländer