2019-07-18 08:07

«Wir haben es gerne lustig»

Interlaken

Generationenwechsel: Für das 16. internationale Gauklerfest vom letzten Juli-Wochenende übernimmt Sophie Stapel zwar noch nicht das Zepter, aber immerhin einige Aufgaben ihres Vaters.

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  • Alex Karlen

Lustig kann manchmal ganz schön ernst sein. Auch bei der Unterseener Familie Stapel, die heuer bereits zum 16. Mal das Internationale Gauklerfest Interlaken organisiert. Ein Anlass, der bei Klein und Gross regelmässig für Spass und Spannung sorgt.

Aber eben: Bis gelacht und gestaunt werden kann, brauchts viel Ernst sprich seriöse Vorbereitung. Dieses Jahr gilts sogar noch ernster als sonst: Vater Bart Stapel (60-jährig) übergibt einen Teil seiner Aufgaben an Tochter Sophie (30).

So ein Generationenwechsel will gut überlegt und geplant sein. Bei Stapels scheint dies der Fall. Auch obwohl (oder gerade weil?) die Grenzen noch ziemlich fliessend sind.

Kein Neuland

Sophie Stapel erklärt: «Ich übernehme vor allem den gastronomischen Bereich, wobei mir meine Mutter noch tatkräftig hilft, und organisatorische Aufgaben. Dazu gehören auch das Sponsoring und die Zusammenarbeit mit der Gemeinde, wobei mich mein Vater unterstützt.»

Für die Tochter ist dies alles kein völliges Neuland, arbeitet sie doch schon seit 18-jährig im elterlichen Betrieb mit, dem gepachteten Restaurant und Hotel Brasserie 17. Und sie war auch schon öfters als Aushilfe für das Gauklerfest im Einsatz.

«Ich möchte nun laufend immer mehr delegieren», sagt Bart Stapel. Das gelte auch für die Brasserie 17, die 2020 übrigens ihr 25-Jahr-Jubiläum feiern wird. «Sophie ist die ideale Person dafür – und ebenso gut gelaunt und extrovertiert wie ich. Wir haben es gerne lustig.»

«Konzept hat sich bewährt»

Oft bedeutet ein Generationenwechsel auch ein Wechsel im Konzept. Für das Gauklerfest trifft dies definitiv nicht zu. «Es gibt keinen Grund, daran etwas zu ändern», sagt Sophie Stapel. Und ihr Vater ergänzt: «Das Konzept hat sich bewährt, wir wollen nicht wachsen. Denn grösser ist nicht unbedingt gleich besser.»

Auch finanziell sei man auf dem richtigen Weg, hält Bart Stapel fest. Im Budget von rund 20'000 Franken sind Gagen, Reisespesen, Verpflegung und Unterkunft der von Mark Segal engagierten Künstler die grössten Ausgaben. Umgekehrt stammt über die Hälfte der Einnahmen von Sponsoren, «eine Bank, Versicherung und Brauerei sowie auch viele KMU», wie Stapel präzisiert.

Also alles Routine – und schon fast ein bisschen langweilig? «Nein, nie», lacht Bart Stapel. «Im Gegenteil. Es macht Freude, dass alles so wie am Schnürchen läuft. Zudem gibts immer wieder neue Überraschungen. Und die Vorfreude ist einfach riesig.»

Das 16. Internationale Gauklerfest findet vom 26. bis 28. Juli an der Rosenstrasse im Zentrum von Interlaken statt. Die Auftrittszeiten: Freitag: 18 bis 24 Uhr. Samstag: 15 bis 24 Uhr. Sonntag: 15 bis 23 Uhr. Der Eintritt ist gratis, die Strassenkünstler sind aber froh, wenn sich der Hut füllt. Für Durst und Hunger steht eine Festwirtschaft bereit.