ABO+2019-07-17 14:30

Der See gehört nicht mehr allen

Eine Genfer Gemeinde verlangt neu eine Gebühr für den Zugang zum Wasser. Darf sie das?

Der Strand von Nymphe ist für Auswärtige geschlossen. Foto: Oliver Vogelsang

Der Strand von Nymphe ist für Auswärtige geschlossen. Foto: Oliver Vogelsang

Man nennt ihn Tonton. Onkelchen. ­Warum, zeigt sich gut am Eingang zur Plage de la Savonnière. Tonton begrüsst die Badewilligen so herzlich, als gehörten sie zur Familie. Die Sonne scheint, und die Menschen, die an diesem Nachmittag an Abdel Imaddedines Klapptischchen stoppen müssen, lächeln. Dabei hat der Mitarbeiter einer grossen Schweizer Sicherheitsfirma schlechte Nachrichten. Der bisher frei zugängliche Seezugang in einer der reichsten Gemeinden der Schweiz kostet seit Mai dieses Jahres – zumindest für jene, die ausserhalb von Collonge-Bellerive wohnen. Nur wer vier Franken bezahlt, darf sich direkt an den Genfersee hinlegen. Eine gemähte Wiese, Seewasser und ganz viel Luft haben in Collonge-Bellerive neuerdings ihren Preis.