2019-07-16 22:12

Köbi Kölliker übernimmt Bomo Thun

Jakob «Köbi» Kölliker wird erstmals Frauen-Trainer und übernimmt das NLA-Team von Bomo Thun. «Das ist ein Freundschaftsdienst», sagt die Eishockey-Legende.

Köbi Kölliker leitete zuletzt das «Projekt China».

Köbi Kölliker leitete zuletzt das «Projekt China».

(Bild: Urs Flüeler/Keystone)

Den Verantwortlichen von Bomo Thun ist ein Coup gelungen. Das NLA-Team der Oberländerinnen wird nächste Saison von Jakob «Köbi» Kölliker trainiert. Der Seeländer hat kurz vor seinem 66. Geburtstag für die neue Aufgabe zugesagt. «Noch kenne ich das Schweizer Frauen-Eishockey wenig, aber ich hoffe, ich kann etwas bewirken», sagt er zu seinem neuen Job.

Kölliker ist einer der erfahrensten Akteure im Schweizer Eishockey. Bis anhin leitete er das «Projekt China», trainierte verschiedene Auswahlen der Chinesen wie ein U20- und ein Frauenteam zur Vorbereitung auf die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking. Zuvor coachte Kölliker in der Saison 2011/12 bereits das Nationalteam von Deutschland. Bis 2010 war er während zehn Jahren Assistenztrainer des Schweizer Nationalcoachs Ralph Krueger gewesen und hatte das U20-Nationalteam geführt.

Auf Clubebene war Kölliker bis 2017 als Sportchef bei Olten tätig, zuvor in gleicher Funktion bei den SCL Tigers. Die Emmentaler und den EHC Biel hatte Kölliker in den 1990er-Jahren auch in der NLA trainiert. Als Aktiver hatte der frühere, langjährige Rekord-Internationale für Biel und Ambri gespielt. Mit den Seeländern feierte er alle drei bisherigen Schweizer-Meister-Titel. Kölliker ist 2007 nach den Davoser Legenden Ferdinand und Hans Cattini als erst dritter und bisher letzter Schweizer in die Hall of Fame aufgenommen worden.

Nun coacht er erstmals ein Frauenteam. Bomo Thun musste im Frühjahr die Ligaqualifikation gegen Brandis bestreiten, setzte sich aber durch. Die Oberländerinnen wurden dabei interimistisch von Peter Brand geführt. Der Emmentaler sagte schon unmittelbar danach, dass er das Traineramt wieder abgeben will. Er übernimmt bei Bomo aber das Amt des Präsidenten und löst in dieser Funktion Walter Minder ab, der als Finanzchef im Vorstand bleibt. Brand ist auch der Grund für Köllikers Zusage. «Wir sind langjährige Kollegen. Dass ich Bomo helfe, ist ein Freundschaftsdienst», sagt Kölliker.

Zusage ohne Unterschrift

Der Seeländer hat Brand sein Wort gegeben. «Unterschrieben ist jedoch noch nichts, aber das eilt auch nicht.» Kölliker ist derzeit noch mit Hockey-Camps beschäftigt und wird sich «ab Mitte August um Bomo kümmern». Dann wird er sich mit Präsident Brand, der sich momentan auf einer Kreuzfahrt-Reise befindet, treffen und alles besiegeln. Kölliker weiss, dass die Oberländerinnen eine turbulente Saison hinter sich haben. «Man hört viel Negatives, aber das macht die Sache interessant. Ich bin jedenfalls motiviert, Bomo unter die Arme zu greifen.»

Brand bezeichnet Kölliker «als riesigen Kracher für Bomo». Der Inhaber eines Holzbaugeschäfts hatte früher mit Fribourg-Gottéron gegen den Verteidiger gespielt. «Aus Feinden wurden Freunde», sagt Brand und erzählt lachend, wie der Coup zustande kam: «Köbu kam in meiner Firma Holz holen, so sind wir ins Gespräch gekommen.»

Berner Zeitung