2019-05-14 14:20

Federer tadelt Römer Organisatoren

Die erhöhten Ticketpreise für sein Startspiel findet er seltsam, will sich die Vorfreude aber nicht nehmen lassen.

In Madrid verlor Roger Federer im Viertelfinal noch gegen Dominic Thiem. Nun will er am Sandturnier von Rom erneut angreifen. (Video: SRF)

Die spontane Massnahme des italienischen Tennisverbandes, für sein Startspiel am Mittwoch in Rom die Preise der noch nicht verkauften Tickets zu verdoppeln, kommt bei Roger Federer nicht gut an. «Ich habe davon gehört, und auch, dass einige Fans darüber gar nicht glücklich sind. Das ist sehr enttäuschend», kommentierte er am Dienstag das unübliche Vorgehen der Veranstalter. «Sie stellten es so dar, als ob sie jene Fans belohnen wollten, die ihre Tickets vorher gekauft haben, was irgendwie seltsam ist», fügte er an.

Die Frage, ob er einen Teil der Zusatzeinnahmen für sich beanspruche, verneinte er klar. Er hoffe, dass die Geschichte nicht überblende, wie froh er sei, nach drei Jahren wieder in Rom zu spielen. «Ich bin glücklich, hier zu sein, und hoch motiviert, gut zu spielen. Meine Vorfreude könnte nicht grösser sein.» Schon seit seiner Landung am Montag freue er sich darüber, dieses Turnier kurzfristig in seine Planung aufgenommen zu haben. «Ich liebe diese Stadt und mochte es schon immer, in Italien zu spielen.» Italien sei auch das Land, in dem er als Junior am häufigsten angetreten sei, ausserhalb der Schweiz.

Was ihn dazu verleitet habe, auch noch in Rom zu spielen, erklärte der 101-fache Turniersieger so: «Ich dachte, es wäre gut für mich, wieder einmal auf Meereshöhe anzutreten, was in der Schweiz nicht möglich ist. Und auch das Wetter in der Schweiz ist nicht gut. Als ich gestern aufwachte, war es etwa fünf Grad, was zum Trainieren nicht ideal ist.» Zudem habe er nach fünf Wochen Training zwischen den Turnieren von Miami und Madrid nun grosse Lust, Matches zu spielen. Das sei viel aufregender, als in der Schweiz zu trainieren.

Lob für den italienischen Jungstar

Federer widersprach der Theorie, dass ihn die schnellen Spielbedingungen in der erhöhten Lage von Madrid, wo er vergangene Woche nach zwei Matchbällen gegen Dominic Thiem verloren hatte, begünstigt hätten. Der extrem hohe Ballabsprung in der spanischen Hauptstadt sei auch für ihn nicht einfach, dazu machten es Wind und Schatten in Spanien für alle Spieler schwierig. «Egal, was geschieht, es ist für mich gut, dass ich in der jetzigen Phase Matches bestreite», ist er überzeugt. Dabei sei er selber gespannt, wie er in Rom und danach in Paris spielen werde. «In Madrid war es einfacher, ans Netz zu kommen, dafür kann man hier einfacher Stoppbälle und Longline-Bälle mit der Backhand spielen.»

Federer trainierte am Montag und Dienstag mit Italienern, zuerst mit dem 17-jährigen Jannik Sinner, der nach seinem überraschenden Sieg über Steve Johnson am Mittwoch auf Stefanos Tsitsipas trifft, dann mit Andreas Seppi. Mit Sinner (ATP 263) habe er schon vor einem Jahr trainiert, «von ihm können wir noch viel erwarten», sagte Federer.

Der Startgegner des Schweizers wird in der Partie zwischen Frances Tiafoe und João Sousa ermittelt. In Rom ist der Schweizer noch ohne Titel, obwohl er hier seinen ersten Masters-Final in Europa erreicht hatte (2003 gegen den Spanier Felix Mantilla) und 2006 gegen Rafael Nadal in einem Fünfsatz-Marathon zu zwei Matchbällen gekommen war. Weitere Endspiele verlor er im Foro Italico 2013 gegen Rafael Nadal und 2015 gegen Novak Djokovic.